Gemeinsam Essen gehen

Ein Restaurantbesuch sollte immer etwas besonderes sein. Mit einem dementen Angehörigen kann er sogar zu etwas ganz besonderen werden. Einerseits ist das Ausgehen immer eine Abwechslung zum üblichen Alltag. Andererseits können Situationen auftreten, die Dir unangenehm sein könnten. Damit das Ausgehen zu einem positiven Ereignis wird, muss man als Begleiter auf ein paar Dinge achten.

Beginne mit Deiner eigenen Einstellung zum Ausflug. Erwarte gar nicht erst, dass alles so abläuft wie früher. Sei flexibel, positiv und offen. Versuche unangenehme Situationen mit Humor zu nehmen. Und genieße den Ausflug!

Bei der Auswahl des Restaurants wähle lieber ein Lokal, bei dem Räumlichkeiten, Personal und Speisekarte bereits bekannt sind. Das hilft nicht nur deinem dementen Angehörigen sondern auch Dir. Lokale, bei denen man sehr lange auf sein Essen warten muss sind nicht unbedingt geeignet. Besser ist, wenn es zügig geht, denn Warten gehört meist nicht zu den Stärken von Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind.

Es macht bei der Auswahl der Speisen wenig Sinn, Vorspeise, Hauptgang und Nachtisch zusammenzustellen. Einfacher ist es, wenn man jeden Gang einzeln bestellt. Am Tisch sollte man gemeinsam überlegen, welches Gericht bestellt werden soll. So erfährt man, was der Angehörige haben möchte. Falls man im Stammlokal sowieso immer das gleiche isst, kann man vielleicht auch den verwirrenden Blick in die Speisekarte überspringen. Wenn einer am Tisch die Bestellung für alle Teilnehmer aufgibt, hilft es klar zuzuordnen, wer welche Speise bekommt. So weiß auch der Alzheimer Patient, dass für ihn bestellt wurde.

Es hilft, wenn man dem Kellner in einem unbeobachteten Moment die Situation erklärt. Viele reagieren freundlich und hilfsbereit, wenn sie um die Erkrankung wissen. Aber vermeide unbedingt, dass Dein Angehöriger das mitbekommt! Es könnte sehr verletzend wirken. Auch dafür ist es besser, lieber immer das gleiche Restaurant aufzusuchen.

Selbst wenn man schon zig Mal in dem Lokal gewesen ist, kann es sein, dass sich der Alzheimer Patient dort nicht (mehr) auskennt. Hilf ihm, in dem Du zum Lieblingstisch voran gehst. Zeig ihm – falls nötig – den Weg zur Toilette und warte dort, damit er auch den Weg zum Tisch wieder zurück findet. Vielleicht musst Du ja „zufällig“ auch gerade?

Falls andere Bekannte im Restaurant sind, begrüße sie mit Namen. So weiß Dein Begleiter auch direkt wer da ist.

Und wenn bei all der guten Vorbereitung doch etwas Unvorhergesehenes passiert, bleib immer fröhlich und lass es Dir schmecken, schließlich soll der Ausflug auch Dir Spaß machen!

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